03.04.2019

Lübeck – Eine Liebeserklärung

Lübeck, es wird Zeit, dass ich dir einige Zeilen widme.

UNESCO Weltkulturerbe, Touristenmagnet und der Titel als Königin der Hanse: dein Charme ist der Welt nicht entgangen. Seit jeher bist du ein Ort, der die Menschen anzieht. Abermals zieht es mich zu dir.

Bereits auf dem Weg über die Autobahn sehe ich deine unverkennbare Skyline, bestehend aus den fünf historischen Backsteinkirchen. Fünf Kirchen, sieben Türme. St. Jakobi, St. Marien, St. Petri, St. Aegidien und der Lübecker Dom. Ich sehe sie jedes Mal, wenn ich zu dir fahre und jedes Mal wieder bewundere ich ihren Anblick aufs Neue. Schon bevor ich richtig angekommen bin, überkommt mich das Gefühl von Heimat.

Bin ich da, geht es für mich - wie jedes Mal und wie für jeden anderen auch - zum Holstentor. Es ist dein Symbol, dein Wahrzeichen. Seit 1478 steht es dort, wo heute jeder Tourist als erstes hingeht, um sein Foto zu schießen.

Wer weiterhin die Öffentlichkeit sucht, der findet sie in einladenden Restaurants und Cafés. Egal ob edel oder entspannt, wer bei dir einen Platz sucht, der findet ihn auch.

Deine Altstadt hat es mir ziemlich angetan. Sie wird umarmt von der Trave, dem Elb-Lübeck-Kanal und der Wakenitz. Das macht sie zu einer Insel, einem Ort für sich. So fällt es mir auch nicht wirklich schwer, nach dem Trouble einen ruhigen Platz zu finden.

Du bist einmalig. Deine Gänge und Höfe, sie machen dich als besondere Stadt zu einer einzigartigen. Nirgends sonst auf dieser Welt gibt es diese architektonischen Werke. Gehe ich, fernab von jeglichen Touristen-Pfaden, durch die unscheinbaren Gänge deiner Hausfassaden hindurch, erlaubst du es mir ein Stück weit, in deine mittelalterliche Historie einzutauchen. Die damals aus der Not heraus entstandenen Bauten wurden mittlerweile von Grund auf saniert und besitzen noch heute ein ganz besonderes Flair.

Es ist spät geworden, mit einem Theaterbesuch lasse ich den Tag ausklingen. Dazu bietest du schließlich ausreichend großartige Möglichkeiten. Heute zieht es mich ins „Combinale“, wo ich glücklicherweise noch einen Platz abgreifen konnte, denn die Shakespeare-Satire hat den Saal schnell gefüllt. Mit einmaligem Vergnügen endet mein Tag bei dir.

Wie kann ich dir nun den Rücken zuwenden? Du machst es mir schwer. Ein „Auf Wiedersehen“ erleichtert es mir, denn im Kopf habe ich bereits meinen nächsten Besuch. Er wird nicht lange auf sich warten lassen.

Lübeck, bei deinem Namen werde ich nostalgisch. Ich verspüre dieses Sehnsuchtsgefühl, denn bei Dir fühle ich mich zu Hause. Ist das schon mehr Heimweh als Fernweh?

Tom Wendt