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Urlaub mal anders

Urlaub mal anders

Urlaubsvergnügen jenseits von Hotels und Massentourismus – Erholung mit und in der Natur

Die Zahlen sind weitgehend stabil: Der durchschnittliche TV-Konsum der Deutschen liegt seit Ender der 1990er-Jahre bei mehr als drei Stunden täglich. Dazu kommen die Stunden vor dem Computer bei Bildschirmarbeitsplätzen. Kein Wunder, dass es viele wenigstens im Urlaub zunehmend in die Natur zieht. Wie sagten doch schon unsere Großeltern: "Grün ist gut für die Augen!" Und frische Luft sowieso. Hier kommen die besten Tipps für die Fans von frischer Luft.

Baumhäuser

Mit der Romantik ist das so eine Sache. Die Eltern bevorzugen zum x-ten Hochzeitstag ein Candlelight-Dinner, die Kinder lieber die heimelige Abgeschiedenheit in einem Baumhaus. Spätestens wenn es in den Urlaub gehen soll, scheiden sich hier die Geister. Aber das müssen sie nicht. Denn mittlerweile lassen sich sogar Baumhäuser wie Hotels buchen, mit deren Hilfe sich alles zugleich haben lässt: Abendessen bei Kerzenlicht und die Abgeschiedenheit in den Wipfeln.

Der Baumpalast in Rosenberg am fränkisch-schwäbischen Jakobsweg gelegen bietet zum Beispiel sieben Baumhäuser mit insgesamt knapp 30 Betten – und ist ganzjährig geöffnet. Das Baumhaushotel Seemühle in Gräfendorf bei Gmünden verfügt über sechs Baumhäuser inmitten eines Eichen- und Buchenwaldes. Fließendes Wasser, Heizung und Wlan inklusive. Ganz anders wiederum schläft es sich im Baumhausbett auf der Kulturinsel Einsiedel. Hier liegt man unter gemütlichen Alkoven, die bei schönem Wetter zur Seite gerollt werden können, in behaglichen Betten. Mancher gäbe ein Königreich für so einen Traum vom Schlafen.

Kanu

Volvo gehört den Chinesen, Saab bietet keine Autos mehr an: Schweden ist auch nicht mehr das, was es mal war. Oder doch? Überprüfen lässt sich das ohnehin nicht anhand oder mit Autos. Wer wirklich etwas von einem Land erfahren möchte, braucht die Entschleunigung. Und eins der sichersten Mittel zur Entschleunigung ist die Fortbewegung auf dem Wasser. Am besten mit einem Kanu zum Beispiel auf den zahlreichen schwedischen Seen der Provinzen Värmland und Dalsland, wo unbesiedelter Wald, einsame Inseln und Buchten die Landschaft prägen. Die häufigsten Bewohner dieser Gegend sind Elche, Biber, Dachse oder Fischadler.

Aber nicht nur Schweden ist ein Paradies für alle, die sich auf dem Wasser bewegen wollen. Angst vor der Einsamkeit oder dem Kanufahren selbst muss man dabei nicht haben. Häufig werden geführte Touren mit entsprechender Einweisung in die Kanu-Technik selbst angeboten. Wie auch in Frankreich auf der Dordogne, einem der schönsten Flüsse fürs Kanufahren in Europa schlechthin. Hier trifft man vielleicht weder Elch noch Fischadler, aber dafür spiegeln sich die Schlösser am Ufer. Wild rudern muss man für solche Eindrücke übrigens nicht, denn im Kanu wird ohnehin nur gepaddelt.

Hausboot

Es gibt kaum jemanden, der Steuern mag. Mit vielleicht einer Ausnahme: dem Steuern eines Bootes. Immer mehr Freizeitkapitäne entdecken dabei die Klasse der Hausboote für sich. Einer Umfrage zufolge würden 33 Prozent aller Deutschen einmal gern mit einem Hausboot verreisen. Vielleicht handelt es sich dabei um die Spätfolgen einer der erfolgreichsten Filmkomödien mit Cary Grant und Sophia Loren. Das "Hausboot" von 1958 war damals allerdings eine Bleibe aus der Not heraus.

Und es diente im Film eher als Wohnungsersatz an der Küste des Potomac River, während die Kapitäne des 21. Jahrhunderts lieber an den Ufern der Gewässer entlang schippern möchten. Erstklassige Binnenreviere finden sich dafür auch im Westen Deutschlands wie auf dem Dümmer in Niedersachsen. Doch die entsprechende Weite, wie sie den meisten Skippern vorschwebt, ist eher eine Domäne des Ostens der Republik. Hier können Hausboot-Reisen von einem zum nächsten Gewässer unternommen werden. Ob auf der Mecklenburgischen oder der Rheinsberger Seenplatte oder den Potsdamer Havelseen: Nur selten dürfte die Urlaubszeit ausreichen, um tatsächlich alles zu erfahren. Und wenn an Bord trotz allem einmal die Fetzen fliegen, sollte man sich vielleicht an den Film "Hausboot" erinnern. Sophia Loren und Cary Grant streiten sich fast unablässig. Und heiraten doch am Ende. Wo? Na eben, auf einem Hausboot.

Reiten

Zu keinem anderen Tier außer Hund und Katze hat der Mensch seit altersher eine solch enge Verbindung wie zum Pferd. Selbst reine Erzeugnisse der Literatur wie der Araberhengst "Rih" ("Wind") aus Karl Mays Orientzyklus führen zeitweilig ein Eigenleben. So gab etwa der Journalist und Pferdezüchter Carl-Heinz Dömken den Band "Mein Hengst Rih" heraus, in dem er alle "Rih"-Episoden von Karl May versammelte.

Doch das eine ist die literarische Faszination aus Kindertagen, das andere ist es, tatsächlich mit Araberhengsten durch den Orient zu reiten und mythische Landschaften zu queren. Kappadokien ist so eine. In Zentralanatolien in der heutigen Türkei gelegen, ragen feenhaft geformte Tuffsteine, die sogenannten Feenkamine, in die Luft. In Özkonak lässt sich eine von Kappadokiens größten unterirdischen Städten bewundern. PFERD & REITER bietet solch eine Tour auf Arabern und Araberkreuzungen an. "Kappadokien" soll übrigens aus dem Altpersischen kommen und – so lautet wenigstens eine Theorie – "Land der schönen Pferde" bedeuten.

Wandern

Schusters Rappen haben nun nichts mit Pferden zu tun. Oder doch. Aber eher mit der Abwesenheit dieser Nutztiere. Denn Schuster galten traditionell als arme Handwerker, konnten sich kein Pferd leisten und waren deshalb zu Fuß unterwegs: auf "Schusters Rappen" eben. Doch dieser Begriff stammt aus einer Zeit, als Wandern eher Notwendigkeit als Lust bedeutete. Das hat sich gründlich geändert und noch einmal einen Schub durch die Navigations-Apps der Smartphones erhalten. Lädt man sich vor Antritt des Marsches Karten der jeweiligen Region herunter, braucht man dank des GPS-Moduls der Geräte nicht einmal mehr eine Internetverbindung.

Es gibt eine Vielzahl von entsprechenden, oft sogar kostenlosen Wander-Apps. "Komoot" ist eine der beliebtesten und für iPhones wie Androide zu haben. Ist man in Gebieten mit starker Internetversorgung unterwegs, bleibt die App kostenfrei. Will man Karten für den Offline-Betrieb herunterladen, müssen diese pro Region oder als Komplettpaket für die ganze Welt bezahlt werden. Wen nur Deutschland interessiert, der wird sich auch mit dem "ADAC Wanderführer Deutschland" gut bedient fühlen. Die App kostet 4,99 Euro, für die immerhin 15.000 Touren muss dafür in der Folge nichts mehr berappt werden.

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